Präsentationen der Abschlussklassen

Über Grenzen gehen

Ausstellung im vom 2.10. – 10.10.2010 Projektraum, Kunstquartier Bethanien in Berlin–Kreuzberg.

Zur Ausstellung ist ein Katalog im zimmerverlagberlin erschienen. 

Katalogcover

Einführung

Was heißt es eigentlich, fotografisch über Grenzen zu gehen? -Ganz allgemein heißt  das einfach, eingefahrene Wege zu verlassen, gängige Sichtweisen oder  Anschauungen zu überwinden und dafür neue Perspektiven anzubieten. Auf eine sehr  lebensnahe Weise könnte es auch heißen, reale Grenzen zu verlassen oder zu überschreiten, wie das etwa bei Landesgrenzen der Fall ist, exemplarisch wäre hier das Ost-West-Thema, das mit dem 20-jährigen Mauerfall im Jahre 2009 ein wahres Themenfeuerwerk entfachte. 

In einem weiteren Sinne könnte es aber auch heißen, kulturelle Grenzen zu überwinden und interkulturelle Themen in Bilder zu übersetzen. Politisch betrachtet, wäre bereits das Sich–Widersetzen ein Aspekt der Grenzüberschreitung, wie dies beispielsweise im Widerstand gegen gesellschaftliche Konventionen der Fall ist. Im medialen Kontext könnte „Über Grenzen gehen“ bedeuten, aktuelle künstlerische Trends zu durchbrechen, oder aber die medialen Grenzen der Fotografie neu auszuloten. Und was läge bei diesem Thema nicht näher als die Bedienung des Voyeuristischen, der Paparazzi-, Sensations-oder auch der Schockfotografie, Grenzbereiche, die dem Medium auf fast natürliche Weise innewohnen? 

Bleibt der schwierigste Aspekt der Grenzüberschreitung, nämlich der psychologische. Derjenige, der überhaupt erst darüber entscheidet, ob jemand dazu in der Lage ist, Grenzen zu überschreiten, seine eigenen inneren Blockierungen, Barrieren, Ängste zu überwinden, über seinen Schatten zu springen. Es mag einfach sein, einen Schlagbaum zu zeigen, der zwei Länder trennt, oder einen Flughafen, der per se ein Ort der Grenzüberschreitung ist. Aber zu zeigen, welche Ängste, Barrieren, Grenzen ich habe und diese auch noch adäquat darzustellen, ist sicherlich kein leichtes Unterfangen.

Teilnehmer_innen

Wolf Abraham, Joachim Adermann, Erika Babatz, Peter Fischer-Piel, Bernd Große, Elisabeth Gulich, Adrian Hughes, Lena Kilkka, Thomas Koch, Fang Kong, Anna Pawlowska und Simona Vinati. Leitung: Peter Fischer-Piel.