Alles analog? Ausstellung in der Fotogalerie Bethanien.
Die Schwärzen in einem analogen Fotoabzug bestehen aus sehr fein verteiltem Silber. Ähnlich der feinen Schicht, die beim „Anlaufen“ vom Silberbesteck deiner Großeltern entstanden ist. Auf dem Papier gehalten wird das Silber in einer Rinder-Gelatine-Schicht. Trotz vieler Versuche hat man bisher keinen Stoff gefunden, der tierische Gelatine, bei vergleichbarer Bildqualität ersetzen könnte. Kodak, eine Kuriosität der Fotogeschichte, war einst einer der größten Rinderzüchter in den USA.
Die Silbergalatine-Schicht kann auf unterschiedlichste Träger aufgebracht werden. Am gebräuchlichsten ist heute das kunststoffbeschichtete RC-Papier. Besonders hochwertige Abzüge werden auch heute noch auf hochsilberhaltigem, mit Bariumsulfat beschichtetem Papier, dem sogenannten Baryth-Papier, hergestellt.
Lichtempfindliche Silbergelatine kann man auch in Flaschen kaufen. Sie kann auf alle möglichen Gegenstände und auch einfach auf Wände aufgebracht und mit einem Schwamm entwickelt werden.
In unserer Ausstellung „Alles analog?“ siehst du Arbeiten von Eva Ballestrem, Lars Merkel, Simin Shabazi, Johanna Peters und Loredana Mondora.
Diese und alle anderen Arbeiten sind noch bis zum 12.07.2026 in der Fotogalerie Bethanien zu sehen. (Do. + Fr. 16–18 Uhr, Sa. + So. 14–18 Uhr)
Eva Ballestrem
Hohenschönhausen


Lars Merkel
Estrel Tower


Simin Schahbazi
ALDI adieu
Das PARADIES zu Füßen


Johanna Peters
Close friends
Portraits of Joanna + Theresa


Loredana Mondora
Watch Me Vanish, Watch Me Fall (2013-2025)

Temporary bodies gathered once more in apartments with no future.
Hair left on sweaters, among unfinished things.
Something was meant to become.
It will not become.
The images arrive later,
like nocturnal animals.
People crossed by light,
worn-out rooms
Woods
Every photograph holds something
that was already about to fall.
Forgotten names in phones,
Silk and dust.
Die Arbeit entstand 2013 im Rahmen des Projektkurses „Zeit“ (Ltg. Thomas Michalak) und wurde bis 2025 erweitert. Die Bilder wurden überwiegend mit einer Holga-Kamera auf Rollfilm sowie auf analogem Kleinbildfilm fotografiert. Einige Bilder basieren auf Doppelbelichtungen. Die Abzüge liegen als Silbergelatineprints und als fotografische Ausbelichtung auf Fuji Crystal Archive Professional DPII vor. Die Arbeit versammelt Bilder über die Zerbrechlichkeit von Begegnungen und die Vergänglichkeit der Zeit. Menschen, Räume und Landschaften erscheinen wie Fragmente einer Erinnerung – Spuren von etwas, das bereits im Verschwinden begriffen ist. Die Bilder bewegen sich zwischen Licht und Schatten, Anwesenheit und Abwesenheit. Sie erzählen vom fotografischen Blick als dem Versuch, flüchtige Momente festzuhalten, obwohl sie sich im selben Augenblick bereits dem Verschwinden nähern.
Loredana Mondora lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte Bildende Kunst und Kunstgeschichte an der Accademia di Brera in Mailand sowie biografisch-dokumentarische Theaterarbeit an der Universität der Künste Berlin. Ihre künstlerische Praxis bewegt sich zwischen Fotografie, Tanz und Performance und setzt sich mit biografischen Erzählformen und kollektiven Prozessen auseinander.