Der japanische Künstler Takashi Arai arbeitet ausschließlich mit der Daguerreotypie – einer der ältesten fotografischen Techniken. Seine Werke verbinden historische Handwerkskunst mit ökologischen und sozialen Themen. Ausstellungen seiner Daguerreotypien fanden weltweit statt, u. a. im Museum of Fine Arts, Houston, und im Tokyo Photographic Art Museum. 2025 wurde Arai für den Prix Pictet nominiert und seine Arbeit „Exposed in a Hundred Suns“ wird in den Ausstellungen der Shortlist im Victoria & Albert Museum in London, der Ishara Art Foundation in Dubai, dem TOP Museum in Tokio und dem LUMA Westbau in Zürich gezeigt.
Arai entdeckte die Daguerreotypie während seines Studiums an der Tama Art University in Tokio. Die 1839 von Louis Daguerre entwickelte Technik war die erste praktikable fotografische Methode. Jedes Daguerreotyp ist ein Unikat: Auf einer versilberten Kupferplatte entsteht durch chemische Prozesse ein seidig-glänzendes, detailreiches Bild.
Arais Faszination für die Daguerreotypie liegt in ihrer Materialität und Vergänglichkeit. Im Gegensatz zur digitalen Fotografie ist sie ein physisches Objekt, das mit der Zeit patiniert. Viele seiner Werke thematisieren Umweltzerstörung und nukleare Katastrophen, insbesondere in Japan nach der Fukushima-Katastrophe 2011.
Ein zentrales Motiv in Arais Werk ist die Landschaft als Zeugin menschlicher Eingriffe. Seine Serie „Here and There – Mon Chéri“ (2011–2016) zeigt verlassene Orte in Japan und Europa, die von radioaktiver Strahlung oder industrieller Nutzung geprägt sind.
Für die Serie „Exposed in a Hundred Suns“ (2016–2024) reiste Arai in von Atomtests betroffene Regionen wie die Marshallinseln, Hiroshima und Fukushima. Er kombinierte Daguerreotypien mit Strahlungsmessungen und schuf so Werke, die unsichtbare Strahlung sichtbar machen. Jedes Bild ist ein physisches Dokument von Geschichte und Erinnerung.
Takashi Arais Arbeit verbindet historische Technik mit zeitgenössischen Themen. Seine Nominierung für den Prix Pictet 2025 würdigt sein Engagement für ökologische und soziale Fragen.
In einer Zeit digitaler Dominanz zeigt Arai: Fotografie ist mehr als ein Abbild – sie ist Materie, die Geschichten trägt. Seine Werke fordern zum Nachdenken über menschliche Eingriffe in die Umwelt auf.
Am 13. und 14. Juni 2026 bietet Takashi Arai einen Workshop zur Daguerreotypie am Photocentrum an. Noch sind einige Plätze frei. Sichere Dir diese besondere Gelegenheit, die beinahe 200 Jahre alten Wurzeln moderner Fotografie kennenzulernen.

Links:
TAKASHI ARAI STUDIO – Takashi Arai is a Japanese visual artist based in Yokohama.
Storm | Eleventh cycle of the Prix Pictet | Prix Pictet
Hayachine Arts / Takashi Arai – Regisseur, Filmregisseur/in und Videofilmer/in
Bildquellen
- A Maquette for a Multiple Monument for the Wristwatch Dug Up from Ueno-machi, Nagasaki Atomic Bomb Museum: (c) Takashi Arai
- A Maquette for a Multiple Monument for the Hiroshima Peace Memorial (Genbaku Dome), 2014: (c) 2014 Takashi Arai