Fotogramme

Ein langes, unregelmäßig geformtes, metallisches Objekt mit strukturierten Oberflächendetails ist horizontal vor einem einfarbigen schwarzen Hintergrund abgebildet. (KI generierte Beschreibung)

Alles analog? – Ausstellung in der Fotogalerie Bethanien

Ein Fotogramm entsteht ohne Kamera, allein durch das direkte Arrangieren von Gegenständen auf lichtempfindlichem Material. Das Prinzip ist denkbar einfach: Man legt Objekte wie Blätter, Schlüssel oder Stoffbahnen auf Fotopapier oder Film und belichtet das Ganze mit Licht. Dort, wo die Gegenstände das Licht blockieren, entsteht nach der Entwicklung ein Schattenbild, während die belichteten Stellen dunkel werden. Ein Fotogramm ist also ein Porträt der Schatten.

Verschiedene Lichtquellen, Objekte unterschiedlicher Form, Größe und Lichtdurchlässigkeit können miteinander ins Spiel gebracht werden. Das Licht wird dadurch gefiltert, reflektiert oder gebrochen, um Schatteneffekte zu erzielen.

Die erste fixierbare Form, die fotogenen Zeichnungen (photogenic drawings), schuf William Henry Fox Talbot ab 1834, indem er mit lichtempfindlichem Papier und Objekten experimentierte. In den 1920er-Jahren beleben mehrere Künstler*innen das Fotogramm wieder auf, darunter László Moholy-Nagy (1895–1946). Mit dem Fotogramm untersuchte er akribisch die Natur des fotografischen Mediums, etablierte das Licht als wesentliches Gestaltungsmittel und brach die Idee der Fotografie als einfaches Reproduktionsmittel auf. Für ihn wurde die Fotografie zu einer Form der Produktion statt der Reproduktion.

In dieser Ausstellung zeigen wir Bilder von Wolfgang Merkel, Steffi Stabno, Nico Weber, Jutta Lüderitz, Estelle Simonot, Dagmar Zimmer, Christina Krause, Carina Kitzenmaier und Antonia Weisse.

Diese und alle anderen Arbeiten sind noch bis zum 12.07.2026 in der Fotogalerie Bethanien zu sehen. (Do. + Fr. 16–20 Uhr, Sa. + So. 14–18 Uhr)

Wolfgang Merkel

Magische Muster

Fotogramme entstehen durch die Arbeit ohne Kamera und Linse, durch gestalterische Reduktion, das handwerkliche Vorgehen und das Spiel des Zufalls. Deshalb haben sie einen besonderen Reiz als Kontrast zur hoch technisierten Digitalfotografie. Vor allem unberechenbare Überlagerungen und Transparenzen finde ich spannend. Dazu verwende ich gerne Folien, Gläser, Pflanzenteile sowie das zusätzliche Licht einer Taschenlampe und Reflexe von Spiegeln.

Abstraktion, Überraschungen und als Endergebnis ein Unikat – deshalb liebe ich Fotogramme. Die Magie der „Photogenic Drawings“ spürt man auch rund 200 Jahre nach ihrer Erfindung.

Steffi Stabno


Nico Weber

Jutta Lüderitz

Estelle Simonot

Fünf monochrome, verzerrte Fotoporträts einer Person mit langen Haaren sind in einer Gruppe an einer weißen Wand ausgestellt. (KI generierte Beschreibung)


Dagmar Zimmer

Das Fotogramm ist ein Versuch

An einer weißen Wand sind drei abstrakte Schwarz-Weiß-Drucke angebracht, die kontrastreiche Formen und Muster zeigen, die an menschliche Profile und Punktansammlungen erinnern. (KI generierte Beschreibung)

„Was wäre, wenn?“

Ein offener Raum entsteht. Die Dinge erscheinen dann mal wunderbar, mal wundersam.
Und ganz oft wie nie zuvor gesehn.

Christina Krause

Carina Kitzenmaier

Antonia Weisse

An einer weißen Wand sind drei Schwarz-Weiß-Fotografien eines Keramikkrugs mit Klebeband befestigt; auf jeder ist der Krug aus einem anderen Blickwinkel vor einem dunklen Hintergrund zu sehen. (KI generierte Beschreibung)

Bildquellen

  • 2_merkel_wolfgang_netzwerk_2026_20x30cm-W1600: Wolfgang Merkel
  • 3_merkel_wolfgang_lichtgewebe_2022_20x30cm-W1600: Wolfgang Merkel