Birgit Nitsch, „Freizeiteinrichtungen“, 2005

Ein Freibad mit einer großen Metallröhrenrutsche und weißen Liegestühlen auf der Terrasse. (KI generierte Beschreibung)

In „Freizeiteinrichtungen“ zeigt Birgit Nitsch geplante Räume, in denen sich gestresste Stadtmenschen erholen und ihre Arbeitskraft wiederherstellen sollen. Die Beziehung zu diesen Orten ist zweckgebunden. Indem Nitsch sie (fast) menschenleer zeigt, lenkt sie den Blick auf ihre Gestaltung und setzt sie in Beziehung zur umgebenden Stadtarchitektur. Dabei fragt sie, ob auch diese Räume normierend wirken – ähnlich wie Arbeitsstätten, Einkaufszentren und die Wege der Verkehrsinfrastruktur.

Die Arbeit entstand 2005 im Rahmen des Projektkurses „Stadt, Land, Fluss“. (Den Katalog zur Ausstellung kannst du auf der Projektseite durchblättern.)

E-Mail-Interview mit Birgit Nitsch

Was bringt dich dazu, zu fotografieren?

Im Vordergrund steht für mich, sich mit einem Thema auseinanderzusetzen, das mich interessiert, das mich emotional beschäftigt. Das kann über einige Jahre gehen, am liebsten 2–3 Jahre. Ich bin gerne in Bewegung, bin die Suchende.

Was interessiert dich an der Fotografie – was kann sie für dich, das andere Medien nicht können?

Das Visuelle: Ich habe mehrere Gestaltungsmöglichkeiten, Schwarzweiß oder Farbe, unterschiedliche Formate, unterschiedliche Kameras, scharfe/unscharfe Bilder – Belichtungszeiten z. B. Langzeitbelichtung.

Wie bist du zum Photocentrum gekommen, und hat sich dort deine Sicht auf die Fotografie verändert?

1998 nahm ich an einem einwöchigen Fotoworkshop in Glienicke teil. Meinen ersten SW‑Film belichtete und entwickelte ich dort. Ich bekam die Empfehlung, mich in der „Werkstatt für Photographie“ (Kochstr.) anzumelden. Was ich gemacht habe. Das Sehen hat sich verändert, konzeptionell, in Serien zu arbeiten – Bildabläufe, in Buchform zu arbeiten.

Wie sieht deine fotografische Praxis aus? Gibt es feste Routinen?

Die Fotografie gehört zu mir. An einem konkreten Thema arbeiten: mich diesem durch Recherchieren, Texte lesen, Fotobücher, Filme sehen, passende Ausstellungen besuchen, immer weiter annähern. Dabei ist es mir wichtig, nicht meinen roten Faden zu verlieren. Dem immer näher zu kommen: „Um was es mir geht“! Parallel dazu führe ich ein visuelles Tagebuch.

Welcher Teil des fotografischen Prozesses stellt für dich die größte Herausforderung dar?

Ich denke, die Zusammenstellung der Bilder und das Umsetzen, das Technische umsetzen.

Die Arbeit, die du in Reframed 26.1 zeigst, ist vor Jahren entstanden. Wie schaust du heute auf sie? Hat sich ihre Bedeutung für dich verändert?

Die Bedeutung hat sich für mich nicht verändert, meine Lieblingsbilder von damals sind geblieben

Woran arbeitest du gerade, und was hast du für 2027 geplant?

Ja, ich arbeitete gerade an der Arbeit „Leise sein“, die 2027 in einer Ausstellung gezeigt wird.

Was war eine wichtige Erkenntnis aus deiner Zeit am Photocentrum – für deine Fotografie oder darüber hinaus?

Dass die Fotografie zu mir gehört, dass es sich lohnt, Neues auszuprobieren, und ich habe gelernt, geduldig zu sein.

Was würdest du jemandem raten, der oder die gerade am Photocentrum mit der Fotografie beginnt?

Mit Freude herangehen, nicht so hohe Ansprüche an sich selbst haben und offen bleiben für alles, was einem entgegenkommt.

Wenn du dich nicht mit Fotografie ausdrücken könntest: Welches andere Medium würdest du wählen?

Ich denke, ich würde beim Visuellen bleiben. Früher habe ich abstrakt gemalt. Vielleicht würde ich dann filmisch arbeiten?

(Die Fragen stellte Thomas Michalak)

Biografie

Birgit Nitsch, geboren 1961, arbeitete bis zu ihrer Berentung 2025 als Krankenschwester und Therapeutin. Seit 1998 widmet sie sich intensiv der Fotografie. Ab 1998 nahm sie kontinuierlich an themenzentrierten Fotokursen und Workshops bei Sibylle Hoffmann und Thomas Michalak im Photocentrum der VHS Friedrichshain-Kreuzberg teil und stellte dort bis 2005 regelmäßig in Gruppen aus.

2005 besuchte sie ein einjähriges Seminar an der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin. Dort nahm sie 2006 ihr Studium auf, das sie 2008 bei Ute Mahler abschloss. Von 2009 bis 2011 war sie Meisterschülerin bei Arno Fischer. Seit 2013 gehört sie der Freien Klasse von Thomas Michalak an und beteiligt sich an deren Gruppenausstellungen.

Birgit Nitsch

Bildquellen

  • Birgit Nitsch, aus Freizeiteinrichtungen, 2005: Foto: Birgit Nitsch, 2005
  • Birgit Nitsch, aus Freizeiteinrichtungen, 2005: Foto: Birgit Nitsch, 2005
  • Birgit Nitsch, aus Freizeiteinrichtungen, 2005: Foto: Birgit Nitsch, 2005
  • Birgit Nitsch, aus Freizeiteinrichtungen, 2005: Foto: Birgit Nitsch, 2005
  • Birgit Nitsch, aus Freizeiteinrichtungen, 2005: Foto: Birgit Nitsch, 2005
  • Birgit Nitsch, aus Freizeiteinrichtungen, 2005: Foto: Birgit Nitsch, 2005
  • Birgit Nitsch, aus Freizeiteinrichtungen, 2005: Foto: Birgit Nitsch, 2005
  • Birgit Nitsch, aus Freizeiteinrichtungen, 2005: Foto: Birgit Nitsch, 2005
  • Birgit Nitsch, aus Freizeiteinrichtungen, 2005: Foto: Birgit Nitsch, 2005
  • Birgit Nitsch, aus Freizeiteinrichtungen, 2005: Foto: Birgit Nitsch, 2005
  • Birgit Nitsch, aus Freizeiteinrichtungen, 2005: Foto: Birgit Nitsch, 2005
  • Birgit Nitsch, aus Freizeiteinrichtungen, 2005: Foto: Birgit Nitsch, 2005