Offensichtlich und spürbar ist die Bedrohung der rechtsextremen und rechtspopulisti- schen Bewegungen und Parteien. Sie gewinnen auffallend mehr Einfluss – auch in der Mitte der Gesellschaft. Nichts von der gewaltsamen, mörderischen und schrecklichen Geschichte Deutschlands gelernt? Ja, braun hatten wir schon…
Wir müssen nicht nur Verantwortung für unsere Fotos übernehmen, sondern auch für unsere Demokratie!
Die Proteste, die wir jetzt miterleben, geben mir Mut! Aufgefallen dabei sind mir die äl- teren Damen, die sehr energisch, leidenschaftlich und unermüdlich immer dabei und in meinem Alter sind: Die Omas gegen rechts. Mitunter auch einzelne Opas. Omas gegen rechts ist eine parteiunabhängige, basisdemokratische, zivilgesellschaftliche Initiative von älteren Frauen, die gegen Rechtsextremismus protestieren und für Toleranz und Demokratie eintreten.
Ich unterrichte Reportagefotografie. Für mich bedeutet das Unterrichten ein Wegweiser zu sein – meine Erfahrungen als Fotojournalistin und Bildredakteurin weiterzugeben. Einen Weg aufzuzeigen, der nicht geradeaus geht, wo man stolpern und aus Fehlern lernen kann.
Reportagefotografie bedeutet, auf das Fremde zuzugehen, sich einzulassen und auf unvorhergesehene Situationen zu reagieren. Es heißt vor allem, Nähe zum Gegenüber herzustellen, ihm mit Respekt zu begegnen und dies zu offenbaren. Die Bilder, die dann entstehen, sind ein Ergebnis des Spannungsverhältnisses von Nähe und Distanz. Vor allem bedeutet Reportagefotografie, eine eigene Position zur Wirklichkeit zu beziehen und sie in den fotografischen Erzählungen deutlich zu zeigen.…